Die Zahl der Konflikte in afrikanischen Staaten nimmt zu – ebenso wie die Zahl der zivilen Opfer und Vertriebenen. In diesem Themenfeld blicken wir auf neue politische Ordnungen, die mit dem Auftreten nichtstaatlicher Gewaltakteure entstehen. Andererseits beschäftigen uns die Wandlungsprozesse von Konflikten und Kriegsführung selbst. Wie wirken sich Megatrends wie Digitalisierung und technischer Fortschirtt, sowie die Multipolarisierung der regionalen Ordnung darauf aus? Unser regionaler Schwerpunkt liegt hier auf dem Sahel und dem nördlichen Afrika.
Advanced combat drones are increasingly used in conflicts in Africa. This analysis of the conflicts in Mali, Chad and Sudan shows, their potential to shift the balance of military power between state forces and insurgents depends on symmetrical access to technology, type of warfare and topography.
doi:10.18449/2025MTA-PB33
Der Kolonialismus hat dauerhafte Auswirkungen auf die sozioökonomische Entwicklung und die politische Stabilität Afrikas. Nancy Rushohora erklärt, wie Ausbeutung und Willkür aus der deutschen Kolonialzeit sich über Generationen hinweg auf betroffene Gemeinden in Tansania auswirken.
Dschihadistische Gewalt aus dem Sahel greift nicht flächendeckend auf die westafrikanischen Küstenländer über. Während Togo und Benin zunehmend im Visier sind, ist das Gegenteil in Côte d’Ivoire (und Ghana) der Fall. Diese positive Entwicklung steht jedoch auf tönernen Füßen, schreibt Denis Tull.
Dschihadistische Gewalt hat in der Sahelregion im letzten Jahrzehnt stark zugenommen. Neben militärischen Antiterroroperationen suchte Nigers zivile Regierung unter Präsident Mohamed Bazoum (2021–2023) auch den Dialog mit Dschihadisten. Seit Anfang des Jahres 2022 gab ein deutlicher Rückgang von tödlichen Anschlägen Hoffnung auf erste Erfolge der dualen Strategie. Doch der Putsch vom Juli 2023 und die erhebliche Verschlechterung der Sicherheitslage seither verdeutlichen die Fragilität der ausgehandelten Arrangements.
doi:10.18449/2024MTA-KA08
Ein Jahr nach dem Putsch sitzt die nigrische Militärjunta fest im Sattel. Um ihre Macht zu sichern, so Lisa Tschörner in diesem Spotlight, mobilisieren die neuen Machthaber die Bevölkerung, inszenieren eine erfolgreiche Abwehr von Bedrohungen und bauen Partnerschaften mit autoritären Staaten aus.
Die Berichterstattung über den Krieg in Sudan wird durch drei gängige Erzählungen vernebelt, vom "vergessenen Konflikt", der "Auseinandersetzung zweier Generäle" und dem "Stellvertreterkrieg". Gerrit Kurtz (SWP) wirbt für eine nuanciertere Betrachtungsweise durch Journalist:innen und Politiker:innen.